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Im Jahr 1141 zahlte Abt Baldemar 70 Pfund Silber an den Kaiser. Diese kaiserlichen Truppen waren sehr unwillkommene Gesellen. Abt Heinrich (1153 - 1167) gar tauschte den Klosterhof zu Ilvesheim ein, um an die Burg zukommen. Aufgrund dieser Tatsache gehen die Geschichtsgelehrten davon aus, das der jeweilige deutsche Kaiser das Voll- und Fahnenlehen zu Winenheim war. Auch diente ja das Castrum als Herrenhof in dieser Zeit und brachte seinem Besitzer gute Einnahmen. 70 Pfund Silber war in dieser Zeit ein großes Vermögen. Abt Heinrich baute schöne, große Gebäude in das Castrum. Der Marstall und der 28m hohe Turm sind die ältesten erhaltenen Teile der Burg und stammen sehr wahrscheinlich noch aus der Zeit von Abt Heinrich. Hier enden die Aufzeichnungen des Kloster Lorsch über das Castrum Winenheim. Der Sage nach sollen drei Gänge von der Burg nach Winenheim führen. Einer soll am Domhof (auf dem heutigen Erbsenberg) enden, einer am Templerhaus in der Münzgasse und der dritte im Weinhändlerhaus in der Obergasse. Einer dieser Burgmannen soll Hildebert gewesen sein. Der Grabstein Hildeberts ist heute im Hof des Museum ausgestellt. Am Ende des 12. , Anfang des 13. Jahrhunderts wird uns von der Adelsfamilie der Swende berichtet. Sie saßen als Lorscher Burgmannen auf der Burg Winenheim. Im 12. Jahrhundert wird Berthold Swende als Burgmann genannt. Er stiftete Winenheim die Nikolaikapelle und wird in mehreren Urkunden genannt. Es beginnt die Ära der Familie Swende die mehrere Burgmannen auf Burg Winenheim stellte, sich sogar den Familienzusatz "Swende von Winenheim" gab.
1211 - Der Weinheimer Edelmann Wiprecht von Swende wird Burgmann zu 40 Pfund Heller als Gehalt.
1212 - Trat Gernod von Swende seine Burgmannenamt an. Unter den selben Bedingungen. Die Swende hatten ihr Amt bis 1303 inne. Vielleicht gab es die Swende noch länger auf der Burg. Allerdings gibt es davon keine Aufzeichnungen. Die Swende sind als Adelsgeschlecht ausgestorben. Doch der Stadt Weinheim haben sie ihr Siegel, in Form einer roten Weinleiter, für alle Ewigkeit gut sichtbar im Stadtwappen hinterlassen. Zur Versorgung der Burg gab es das sogenannte Burggut. Es gehörte Grundbesitz, Naturaliendienste, Geld du Gefälle aus verschiedenen Dörfern dazu. Zum Burglehen Windeck gehörte zum Beispiel: 2 Häuser in der Neustadt-Weinheim, 1 Fuder Wein (1Fuder=100Ohm=1200Viertel= 4800Liter), durchschnittlich 5 Pfund Heller Gehalt oder 40 Pfund Heller Abfindungssumme. Und der Vorort Mulnen (Mühlen, Müllen, Mühlheim, Müll, Müllheimertal) mit seinen Bewohnern. Die durch Eid und Gelübde verpflichtet wurden, als Verstärkung der Burgbesatzung da zu sein. Für die Instandhaltung der Burg Dienst zu leisten, für Brennholz und für Wasser zu sorgen. Natürlich hatten diese Leute auch noch ihren eigenen Hof, wo sie ihre Familien mit ernähren mussten. Und natürlich mussten sie auch noch den Zehnt abgeben. Meist an großen Feiertagen wie Pfingsten zum Beispiel. "Wenn man Sturm läutet, so sollen die zur Mühlen uff die Burg laufen und uff der Burg bleibe!" Heißt es in einer alten Überlieferung. Und so eilten die braven Mühlerer den schmalen, steilen Burgpfad der von der Betentalstr. Abzweigt, nach oben zur Burg. Wer den Weg schon einmal zu Fuß gelaufen ist, weiß was das für eine Anstrengung ist. Erst recht im Laufschritt.
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