T
Gernodus von Swende

Wir
wollen
Geschichte erlebbar lebendig
 und erfahrbar machen

Eingangsbereich der sogenannten “Hühnervautei” des Klosters Schönau (gegründet 1142) das Gebäude stammt aus dem Jahre 1251 und hat die Zeiten überdauert.

vau1

Konrads Welt

Laternen, Fackeln, und der Schein der Lagerfeuer, eine Wiese mit bunten Zelten in historischer Umgebung, in der Luft der Geruch vom Gegrilltem und anderen Köstlichkeiten, dazwischen fremdartig klingende Musik, überall lustige Gestalten, Gaukler, Ritter, allerlei Bewaffnete und das gemeine Volk. Zwischen den Zelten aufgebaute Marktstände mit fremdartigen Dingen, dazwischen Vorführungen von Handwerk mit altertümlichen Gerät oder von Hand…

Mit staunend und romantisch verklärten Augen steht der Besucher da und versucht das aufzunehmen, was um ihn herum  geschieht. Ja diese Veranstaltung hat etwas. Für wenige Stunden den Alltag, die Termine, den Zeitdruck, die Hetze und die Eile einfach mal vergessen und in eine andere Welt eintauchen. Mittelalter und Mittelaltermärkte haben derzeit Hochkonjunktur. Sie sind Anziehungs- und Treffpunkt von Einzelpersonen, Gruppen und Vereinen der verschiedensten Art.

In der Regel folgen jetzt Besuche auf verschiedensten Märkten in der Region und schon bald wird der Wunsch wach hier dazu gehören zu wollen. Die Folge ist, dass eine irgendwie nach dem eigenen Gustos mittelalterlich erscheinende Kleidung beschafft oder hergestellt wird, um im Kreise der vermeintlich Gleichgesinnten nicht aufzufallen und mit machen zu können. Es dauert eine gewisse Zeit, bis man feststellt, dass Mittelalter nicht gleich Mittelalter ist, sondern dass es Kelten, Wikinger, Römer, Ritter, Schotten, Sarazenen und noch einige Darstellungen mehr gibt, die alle anders aussehen und sich entsprechend geben. Fernerhin fällt einem im Laufe der Zeit auf, dass man auf den verschiedenen Märkten meist irgendwie die gleichen Leute und Verkaufsstände sieht, so dass es nur eine Frage der Zeit ist bis sich hieraus erste Kontakte mit der Szene ergeben. So sind die verschiedenen Märkte vornehmlich auch Treffpunkte der am Mittelalter Begeisterten. Die Beschäftigung mit dem Themenbereich Mittelalter ist aber immer noch oberflächlicher Natur. Es geht um das Erscheinungsbild, den Spaß und der Freude und teilweise ist es auch Romantik pur, die einem durch diverse Filme und Fernsehsendungen vorgegaukelt wurde und diese Vorstellung hat sich irgendwie in unseren Köpfen festgesetzt.

hb_

An der Instandsetzung und Erschließung weiterer Räumlichkeiten wird derzeit noch intensiv gearbeitet.

Punkt 

Bibliothek

Punkt 

Hausstand

Punkt 

Küche

 

 

Punkt 

zur Kapelle

 

 

Punkt 

Zelte

Konrad der Stralenberger

Briga von Hemsbach

kub_

Im Laufe der Zeit merkt man, dass es erhebliche Unterschiede in der Qualität der Kleidung gibt und bei manchen Lagern wird man auch schief angeschaut und kritisch beäugt. Manchmal gibt es auch Bemerkungen zur Farbe und dem Aussehen der eigenen Gewandung: Daher beginnt man nun sich weitere Informationen über Bücher und Internet zu beschaffen und stellt dann sehr schnell fest, dass man nahezu alles falsch gemacht hat.
Die Marktbesuche werden mit der Zeit etwas lästig, wenn der Markt nicht in unmittelbarer Nähe ist, muss man in der Regel geraume Zeit fahren um dahin zukommen, dann die Parkplatzsuche, die Sache mit dem Umziehen, oder fährt man gleich gewandet dorthin. Richtig schön wird es auf den Märkten jedoch erst am Abend, wenn die Lagerfeueratmosphäre um sich greift und da ist man in der Regel schon wieder auf dem Nachhauseweg. In der Regel bleibt auch nur der Sonntag für einen Marktbesuch.
Daher folgt als nächster Schritt die Suche nach einer Gruppe oder einem Verein möglichst im Umkreis des Wohnortes, der auch an Märkten und Lagern teil nimmt. Nun braucht man nicht mehr den ganzen Tag herumzulaufen sondern kann sich im Lager erholen und den anderen Besuchern bei ihrem Tun zuschauen.
Die Vereine oder Gruppen stellen einen gewissen Zeitrahmen da und haben entsprechende Mindestvorgaben für Kleidung und erforderlicher Ausstattung, da ja nach Außen ein stimmiges Bild vermittelt und dargestellt werden soll. Will man hier Dabeisein benötigt man, wenn keine Gastschlafplätze zur Verfügung stehen ein eigenes Zelt. Ist man soweit vorgedrungen hat man sich mit dem Virus Mittelalter schon infiziert.
Sehr schnell stellt man fest, dass man praktisch die Seiten gewechselt hat, vom Besucher in Gewandung zum Darsteller, den andere Besucher als Mittelaltervorbild nehmen. Jetzt kommt man doch ins Grübeln, denn die eigene Gewandung entspricht immer noch nicht den zeitlichen Vorgaben. Also beginnt jetzt die wirklich ernsthafte Beschäftigung mit der Ausstattung, der Kleidung und dem Leben der Menschen im jeweiligen Zeitraum.

   Impressum      Disclaimer

(c) die Dienstmannen zu Winenheim 2008/2009